Sonntag, 26. Dezember 2010

Hasenbraten ohne Sinn

Seltsam, seltsam, seltsam. Nun sitze ich bei Muttern am Tisch, der eben noch vollgebaut mit allerlei lekerer Esserei, mir nun als Schreibtisch dient, trinke Kaffee und fühle mich vom plötzlichen Schreibwillen überrumpelt. Ich weiß nicht einmal, worüber ich schreiben soll. Dem TV Treiben habe ich heute nur kurz und eher beiläufig zugesehen. Hans im Glück mit Gans unterm Arm schickte mich ins Bad, denn es war schon viel zu spät, und ich hätte längst schon fertig sein sollen. Dafür weiß ich jetzt endlich, wie Walnüsse in Masse geknackt werden und war so, dass das Innere heil bleibt. Danke Klaus!
Nach gestresstem Waschvorgang und einem Dauerlauf zur elterlichen Wohnung, Hasenbraten und grünen Klößen, nun also das schreibwütige Scheininferno mit einer Aussage, die eigentlich gar keine ist. Ich sage es ja: Seltsam!

Dabei liegen zu Haus in Leipzig (schön, wie das klingt: ZU HAUS, in LEIPZIG)zwei Kolumnen auf dem Rechner, die mit jedem neuen Tag an Aktualität verlieren, weil ich noch kein Internet in der neuen Wohnung, ZU HAUSE, in LEIPZIG, habe und also nur schreiben, nicht aber online stellen konnte. Und gegen dieses sinnleere Geplänkel sind sie sogar gut, haben ein wirkliches Thema und Aussagekraft demzufolge auch -also, meiner arroganten Meinung nach zu urteilen zumindest-.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden, soll ja auch, wenn auch nur, in Form des Nachreichens.

Worauf einzugehen sich lohnt, um den Tag als solchen ein wenig aufzuwerten, entzieht sich noch immer meinem Kopf, auch jetzt noch, nachdem ich meine "Zigarette zum Kaffee" draußen vor der Tür genoss, zwischen Schneebergen und dem spazierwütigen Pößnecker Pöbel, der, vollgefressen von Hase, Gans und Klößen, aufatmend, den Weihnachtspflichtfamilienbesuch hinter sich gebracht zu haben, nach Hause zur wohl verdienten Flasche Bier tingelt.
Und so sitze ich hier, am mütterlichen Küchentisch, und versuche, mir noch irgendetwas aus dem Hirn zu pressen, damit das Ganze noch einen Sinn bekommt.
Wenn man aber, als notorischer Raucher, nicht, wie man es gewohnt ist, die Kippe beim Schreiben rauchen kann, wird auch das Denkvermögen gehemmt, was zwar irgendwie nach Einbildung klingt, doch aber auf seltsame Weise einen tatsächlichen Bestand hat. Da haben wir es wieder: Seltsam!
Demnach also werde ich mich jetzt vom Acker machen und meine alten Knochen in Richtung Tankstelle bewegen, schließlich habe auch ich meinen Pflichtbesuch hinter mir und also ein Bier verdient.
In diesem Sinne: Prost!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen